Theater Oberhausen

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Exklusive Vorstellung für Ehrenamtliche im Theater Oberhausen

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Am 11. April 2015 lud das Theater Oberhausen Inhaberinnen und Inhaber der Ehrenamtskarte NRW als Dankeschön für viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit ein. Insgesamt 90 Plätze stellte das Theater Oberhausen kostenfrei für Ehrenamtliche in NRW für die Aufführung des Schauspiels „Atmen“ von Duncan Macmillan (Regie: Bastian Kabuth) an diesem Abend zur Verfügung.

„Eine geschlossene Veranstaltung für Ehrenamtliche ist immer ein ganz besonderes Bonbon“ freut sich Kim Wiesel, zuständig für die Ausgabe der Ehrenamtskarte im Büro für Chancengleichheit der Stadt Oberhausen, über das Angebot des Theater Oberhausens.

Die Idee kam bei Ehrenamtlichen aus insgesamt 13 verschiedenen NRW Städten ebenfalls gut an. Der Malersaal war restlos belegt.

„Ehrenamtliches Engagement ist ein wichtiges soziales Bindeglied und Stütze einer aktiven Bürgergesellschaft. Nicht nur hängt die Qualität unseres Zusammenlebens erheblich von der Vielzahl freiwilligen Einsatzes ab – auch die Angebote im Bereich Kultur, Gesundheit und Freizeit wären ärmer ohne bürgerschaftliches Engagement. Gerne haben wir am Theater Oberhausen daher Dankeschön gesagt und die Inhaber/innen der Ehrenamtskarte zu einer Aufführung in unser Haus eingeladen“, so Intendant Peter Carp. „Das Theater Oberhausen wird sich zukünftig einmal pro Jahr auf diese Weise an der Ehrenamtskarte NRW beteiligen.“

Weitere Informationen zum Theater Oberhausen erhalten Sie unter: www.theater-oberhausen.de


Freikarten zur Aufführung „Atmen“ im Theater Oberhausen zu gewinnen

Das Theater Oberhausen stellt für die Inhaberinnen und Inhaber der Ehrenamtskarte je einen Platz (insgesamt 90 Plätze) für die Aufführung des Schauspiels Atmen von Duncan Macmillan am Samstag, den 11. April 2015, um 19.30 Uhr im Malersaal des Theater Oberhausen kostenlos zur Verfügung.

Die Verlosung ist beendet.

Weitere Informationen zum Stück:

Atmen
Duncan Macmillan

Szenenbid auch der Inszenierung
Laura Angelina Palacios, Moritz Peschke
Foto: Bastian Kabuth

Alles beginnt auf dem Parkplatz von IKEA. Und alles droht auf dem Parkplatz von IKEA zu enden. Ausgerechnet dort, wohin man doch gemeinhin geht, um sich sein Leben neu (und preiswert) einzurichten, ausgerechnet dort, bei IKEA, bricht die totale Krise aus. Der Erfinder dieser Krise ist Autor und Regisseur, ist 1980 geboren, ist Brite, heißt Duncan Macmillan und scheint mit seinen Inselgenossen die Vorliebe für den ebenso schnellen wie schwarzen Humor zu teilen. Dennoch wurde Atmen, so der schöne deutsche Übersetzungstitel für das englische Original Lungs, zuerst 2011 im fernen Washington D.C. in den USA uraufgeführt, bevor es zwei Jahre später in London bei den Off West End Awards den Preis für das beste neue Stück erhielt. Auch in London ist man schließlich reich mit IKEA gesegnet. Ob nun in Tottenham oder in Wembley oder … Und wahrscheinlich würde es Duncan Macmillan mit seinem britisch bösen Humor mehr als gefallen, wenn auf allen Parkplätzen der IKEA-Filialen dieser Welt diese Dialoge stattfinden würden, denn er gibt seinen zwei Protagonisten (mehr braucht er nicht) keine individuellen Namen, sondern bezeichnet sie einfach als F (Laura Angelina Palacios) und M (Moritz Peschke).

Was immer sie bei IKEA gekauft haben mögen – irgendwie muss M sich ungeschickt verhalten haben, denn F fällt mit ihrer simplen Frage anscheinend aus allen Wolken: „Ein Baby?“ Und sofort scheint M, der offenbar sofort begreift, dass er zumindest nicht den richtigen Augenblick, vielleicht auch nicht den richtigen Ton getroffen hat, einen reichlich hilflosen Beruhigungsversuch: „Tief atmen.“ Aber die Beobachtung: „Du wirst panisch“ ist natürlich nicht sonderlich geeignet, um … Und so beginnt das Hin und Her, und wenig später F: „Ich bin nicht panisch, ich bin nur überrascht. Ich bin überrascht, ich bin sogar total schockiert. Ich bin“ – „panisch“ beendet M den Satz.

Und dann geht es ja erst langsam los, das endlose Lamentieren, denn, wie dann etwas wenig später F sagt: „Es ist ungeheuerlich, total ungeheuerlich, der Sinn des Lebens selbst, verdammte Scheiße, der Sinn, die Bedeutung, die Bedeutungslosigkeit, die Liebe und der Horror und die Hoffnung und die Angst und alles, das ganze Programm, bei voller Lautstärke auf allen Kanälen, für den Rest deines Lebens und den Rest vom Leben eines anderen, jemanden für immer an etwas binden, die Vorfahren, die siebeneinhalbtausend Generationen der Menschheitsgeschichte, und ich weiß nicht mal viel über meine eigenen Großeltern, geschweige denn meine Urgroßeltern oder oder oder oder, und das sind ihre Gene, ihr genetisches Material.“ Und so weiter und so weiter.

Man mag natürlich darüber lachen. Und soll es auch. Doch gleichzeitig erzählt Duncan Macmillan eine Geschichte von zwei Menschen, die in der witzigen Leichtigkeit der Dialoge fast vergessen macht, dass hier eine lange Geschichte erzählt wird, denn die Beziehung von F und M wird noch mehrere Wendungen nehmen, über Jahre hinaus, festgehalten an schnellen Wiederbegegnungen, neuen Situationen, neuen Partnern, neuen Witzen, neuen Vorwürfen und alten Erinnerungen. Das Leben lebt im Atmen.

Atmen
Duncan Macmillan
Regie: Bastian Kabuth
Bühne: Maria Eberhardt
Kostüme: Ines Koehler
Dramaturgie: Tilman Raabke

Dauer: 100 Minuten