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Goldene Zeiten fürs Ehrenamt


Benedikt Ruhmöller ( r.) übergab die ersten Ehrenamtskarten persönlich
Benedikt Ruhmöller ( r.) übergab die ersten Ehrenamtskarten persönlich

Erstmals wurde am 14. Mai 2012 in Ahlen von Bürgermeister Benedikt Ruhmöller die Ehrenamtskarte NRW verliehen. Damit würdigte der Bürgermeister in der 15. SINN-Konferenz – dem Zusammentreffen aller Organisationen und Initiativen der Seniorenarbeit – das freiwillige Engagement von 24 Frauen und Männern verschiedener Generationen. Die Einführung der landesweit anerkannten Ehrenamtskarte in Ahlen hatte der Stadtrat einstimmig beschlossen, um damit ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger auszuzeichnen und ihnen viele Vergünstigungen zu vermitteln.

Die feierliche Verleihung im Ratssaal erfreute vor allem Franz- Ludwig Blömker: Noch nie sei im Kreis Warendorf bei der Einführung der Ehrenamtskarte eine so große Gruppe angetreten, stellte der Vorsitzende der kreisweit tätigen „Akademie Ehrenamt e.V.“ fest. Doch seine gute Laune liege auch daran, wie konsequent man in Ahlen die Freiwilligenarbeit fördere: „Es macht uns große Freude, mit Ihnen zusammen zu arbeiten“, bedankte sich Blömker bei der städtischen Sozialplanerin Ursula Woltering und ihrem Team von der Leitstelle „Älter werden in Ahlen“. Gut die Hälfte der 24 Erstausgezeichneten nahm die goldfarbene Karte persönlich aus den Händen des Bürgermeisters entgegen.

Diese Ehrenamtler sind in Sportvereinen, Seniorenprojekten und Migrantenorganisationen tätig. Sie erhalten bei zahlreichen Kooperationspartnern in ganz Nordrhein-Westfalen vielfältige Vergünstigungen. Diese reichen von reduzierten Eintrittsentgelten in Museen, Kinos und Bädern bis hin zu Preisnachlässen bei verschiedenen Einkäufen.

„Im Kreis Warendorf beteiligen sich schon einhundert Partner, in Ahlen sind es bisher zwölf“, zählte Birgit Burian auf. Sie betreut das Projekt „Ehrenamtskarte NRW “ in Ahlen und wirbt nachdrücklich um weitere Vergünstigungen zugunsten der ehrenamtlich Tätigen. Man sei fleißig dabei, weitere Unternehmen und Einrichtungen zu gewinnen, die die Idee unterstützen. Die 2009 in Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufene Ehrenamtskarte wird für drei Jahre ausgestellt und muss dann neu beantragt werden. Voraussetzung für die Verleihung ist, dass man sich mindestens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden im Jahr ehrenamtlich engagiert.


Gut besucht war die SINN-Konferenz im Rathaus der Stadt Ahlen
Gut besucht war die SINN-Konferenz im Rathaus der Stadt Ahlen.

Zu Beginn der SINN-Konferenz begrüßte der Bürgermeister im Ratssaal über fünfzig Seniorinnen und Senioren. „Den guten Ruf der Ahlener Seniorenarbeit kennen inzwischen sogar der Bundespräsident und die Bundeskanzlerin“, übertrieb Benedikt Ruhmöller keineswegs, als er über die Begegnungen auf dem 10. Deutschen Seniorentag kürzlich in Hamburg berichtete. Die städtische Leitstelle präsentierte sich dort dem Fachpublikum sowie auch Joachim Gauck und Angela Merkel beeindruckend mit ihren Projekten zum Wohnen im Alter, zur Engagementförderung für ältere Menschen mit Migrationshintergrund und zum Bürgerschaftliches Engagement Älterer.

Die Ahlener SINN-Konferenz habe sich, so Ruhmöller, „als Parlament der älteren Generation in unserer Stadt hervorragend bewährt“. Sie tagt zweimal jährlich, und alle Aktiven der Seniorenarbeit in Ahlen seien dazu eingeladen. „Diese Veranstaltung soll alle Senioren, die mitmachen wollen, dazu motivieren, sich einzubringen", rief der Bürgermeister zur aktiven Teilnahme auf.

Im Gegensatz zu einem Seniorenbeirat können sich in die SINN-Konferenz alle unabhängig von einem Mandat einbringen. „Davon halten wir mehr als von einer indirekten Interessenvertretung, die Verantwortung und Entscheidungen auf wenige Akteure beschränkt“, betonte der Ruhmöller die „Basisdemokratie erwachsener und selbstständiger Senioren“ in der von der Leitstelle „Älter werden in Ahlen“ organisierten Konferenz.

Weitere Themen der jüngsten Zusammenkunft im Rathaus betrafen die Wohnsituation älterer Menschen. Der Bürgermeister lobte das von der Sozial- und Stadtplanung der Stadtverwaltung erarbeitete Handlungskonzept zum Wohnen im Alter. Es biete hilfreiche Antworten auf die Frage, wie die Menschen auch im zunehmenden Alter „selbstbestimmt und selbstständig“ in ihrer gewohnten Umgebung leben können. Der Stadt werde von Investoren oft angeboten, „wir setzen Euch ein 80-Betten-Haus dorthin“, beschrieb der Bürgermeister die Gefahr des „Heim-Sog“, den man in Ahlen nicht zulassen wolle.

Dagegen erlaube das mit bürgerschaftlicher Beteiligung entstandene Handlungskonzept individuelle und quartiersbezogene Lösungen. Neben der eigenen Wohnung sei auch das soziale Umfeld bedeutend und zu entwickeln. „Modellhaft wollen wir im Ahlener Süden das soziale Miteinander erproben und vertiefen“, sprach Ruhmöller das „Wohnen in Nachbarschaften für Jung und Alt“ an. Im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“ sollen das Jugend- und Kinderhaus im Burbecksort und der benachbarte Mittrops Hof zu „Bürgerhäusern“ entwickelt werden, in der sich die Generationen gegenseitig begegnen und unterstützen.

Musikalisch umrahmt wurde die 15. SINN-Konferenz im Ratssaal von Ralf Doodt, der an Keyboard und Trompete für willkommene Pausen sorgte.