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Ehrenamtskarte NRW erreicht den Kreis Warendorf

Die Akademie Ehrenamt e.V. hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht die Einführung der Ehrenamtskarte NRW im Kreis Warendorf zu unterstützen. Herr Blömker – Akademie Ehrenamt e.V. – was verbirgt sich dahinter?

Franz-Ludwig Blömker: Unsere Gesellschaft lebt förmlich in vielen Bereichen vom freiwilligen und ehrenamtlichen Engagement der Menschen. Dies gilt besonders in den ländlichen Regionen, wo es viele kulturelle und soziale Angebote gar nicht gäbe, wenn sie nicht von Ehrenamtlichen getragen, ausgeführt oder wesentlich unterstützt würden. So engagieren sich viele für andere und die Gemeinschaft insgesamt. Dies gilt es insgesamt zu fördern, auf allen Ebenen des Staates, von der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft. Darin sieht auch Akademie Ehrenamt e. V. seinen Auftrag. Dabei sind wir keine formelle Bildungseinrichtung, wie man aus unserem Vereinsnamen schließen könnte, sondern wir fördern das bürgerschaftliche Engagement auf vielfältige Weise, neben Kursen und anderen Bildungsangeboten z. B. durch Beratung und Information und – was uns ganz wichtig ist – in Projekten zur Würdigung und Anerkennung des freiwilligen Engagements.

Sehen Sie die Ehrenamtskarte NRW als geeignetes und wichtiges Instrument um die Anerkennungskultur und Wertschätzung im Bereich des freiwilligen Engagements zu stärken?

Franz-Luwdig Blömker bei der Übergabe der ersten Ehrenamtskarten in Beckum.
Franz-Luwdig Blömker bei der Übergabe der ersten Ehrenamtskarten in Beckum.

Franz-Ludwig Blömker: Die NRW-Ehrenamtskarte ist für die Engagierten gedacht, die mindestens 5 Stunden pro Woche oder 250 Stunden im Jahr ehrenamtlich tätig sind. Das ist schon ein besonders großer Einsatz für die Gemeinschaft, der auch ein besonderes Dankeschön verdient. Dabei kommt es gar nicht in erster Linie auf die Inanspruchnahme der vielen landesweit gültigen Vergünstigungen an, sondern auf die Anerkennung und Wertschätzung, die damit ausgedrückt wird. Denn bei aller Bedeutung, die ehrenamtliche Arbeit für die Engagierten selbst hat, wie ganz einfach Freude daran zu haben oder die eigene Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben, die nicht selten ihren Kern im persönlichen Engagement hat, oder auch die aktive Mitgestaltung des Lebens vor Ort, bei aller Bedeutung, die dies für Ehrenamtliche hat, ist es doch schön, wenn das Engagement auch gewürdigt und anerkannt wird. Dafür ist die Ehrenamtskarte ein sehr schönes Symbol, das viel mehr Ermutigung und Ansporn für weiteres Engagement ist als der materielle Nutzen, der aus den Vergünstigungen resultieren kann.

Rund 150 nordrhein-westfälische Kommunen haben erkannt, dass die Ehrenamtskarte NRW einen bedeutsamen Stellenwert bei den engagierten Bürgerinnen und Bürgern hat. Warum hat sich die Akademie Ehrenamt e.V. dazu entschieden die Städte und Gemeinden im Kreis zu unterstützen?

Franz-Ludwig Blömker: Ein solches Zeichen des Dankes zu setzen, ist vor allem für die Städte und Gemeinden eine wichtige Funktion der Ehrenamtskarte, auch wenn dies nicht der entscheidende Teil ihrer Förderung des bürgerschaftlichen Engagements sein dürfte. Das haben bereits zahlreiche nordrhein-westfälische Kommunen erkannt, und sicher wird die Ehrenamtskarte schon bald in mehr als der Hälfte der Städte und Gemeinden unseres Landes eingeführt sein. Bis zum Sommer des letzten Jahres war der Kreis Warendorf insoweit noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Akademie Ehrenamt wollte das ändern und hat den 13 Städten und Gemeinden unseres Kreises seine Unterstützung bei der Einführung, Bewerbung und Administration der Ehrenamtskarte angeboten. Wie auch sonst, führen wir unsere Arbeit ehrenamtlich aus, müssen also kein Honorar dafür in Anspruch nehmen, was den ja durchweg unter großem Sparzwang und zumeist mit reduziertem Personal arbeitenden Kommunen sehr entgegen kommt.

Was sind denn entscheidende Merkmale der Unterstützung in der kreisweiten Zusammenarbeit? Und, wie viele Städte und Gemeinden arbeiten mit Ihnen zusammen?

Franz-Ludwig Blömker: Vier Städte und Gemeinden haben im Mai 2010 eine entsprechende Kooperation mit uns vereinbart. Inzwischen sind es fast zehn, und man darf annehmen, dass im Laufe dieses Jahres alle 13 Städte und Gemeinden des Kreises Warendorf mitmachen werden. Zum Ausgleich der Sachkosten, die uns dabei entstehen, leiten die Kommunen die Förderpauschale, die sie vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW für die Öffentlichkeitsarbeit bei der Einführung der Ehrenamtskarte erhalten, an uns weiter – mehr nicht. Jede Kommune muss sich natürlich auch direkt bei der Bewerbung der Ehrenamtskarte und vor allem bei der Akquise von Vergünstigungen vor Ort engagieren. In jeder Stadt und Gemeinde kann dabei eine eigene Note gesetzt werden, nicht zuletzt durch die Bürgermeisterin oder den Bürgermeister, zum Beispiel bei der Ansprache von Geschäftsleuten oder der Überreichung der Ehrenamtskarten an die Ehrenamtlichen. Zugleich profitieren alle aber von der Zusammenarbeit, zumal diese nicht nur bilateral zwischen den einzelnen Kommunen und Akademie Ehrenamt besteht. Vielmehr kooperieren alle beteiligten Kommunen gemeinsam mit uns, beispielsweise in einem von uns organisierten und moderierten Arbeitskreis, in den wir auch die Informationen aus der Zusammenarbeit mit dem Ministerium einbringen. Eine gute Dreiecksbeziehung, wie wir meinen.

Frau Hankeln, die Ehrenamtskarte NRW wurde 2008 von der Landesregierung eingeführt. Sie wird seitdem schrittweise zusammen mit dem Kommunen umgesetzt. Warum ist dem Familienministerium die Kooperation mit den Städten und Gemeinden bei diesem Projekt so wichtig?

Andrea Hankeln: Bei diesem wie auch anderen Instrumenten zur Förderung des Ehrenamtes suchen wir ganz bewusst den Schulterschluss mit den Kommunen. Denn bürgerschaftliches Engagement findet vor allem dort statt. Städte, Gemeinden und Quartiere sind der Gestaltungsraum für bürgerschaftliches Engagement. Daher müssen günstige Rahmenbedingungen, Strategien zur Ermutigung und Anerkennung für zivilgesellschaftliches Handeln genau hier ansetzen. Das Familienministerium versteht sich als landesweiter Impulsgeber und Unterstützer. Sinnvoll ist aber eine konkrete Umsetzung vor Ort, denn hier kennt man die spezifischen Rahmenbedingungen und Bedarfe am besten. Wenn die Organisation rund um die Karte in bereits vorhandene lokale Strukturen eingebunden wird, vereinfacht das die Einführung und fördert die Akzeptanz. Da die Voraussetzungen aber von Kommune zu Kommune sehr verschieden sind, sollte man konkret vor Ort entscheiden, welches Umsetzungsmodell machbar ist und wie Ehrenamtliche bzw. Vergünstigungsanbieter gut erreicht werden können.

Das Kooperationsmodell zur Einführung der Ehrenamtskarte NRW im Kreis Warendorf ist ja bislang noch einzigartig. Welche Vorteile sehen Sie? Und glauben Sie, dass dieses Modell auch auf andere Kreise übertragbar ist?

Andrea Hankeln: Das Engagement der Akademie Ehrenamt e.V. ist sehr beeindruckend. Der Verein hat sich für die Einführung der Ehrenamtskarte im Kreis Warendorf stark gemacht und dabei ein enormes Tempo vorgelegt. Das spricht für die Akzeptanz und die gute Vernetzung der Akademie in der Region. Sicherlich hat auch das Angebot an die Kommunen, die Organisation rund um die Ehrenamtskarte dort zu bündeln, den Prozess maßgeblich vorangebracht. Aus meiner Sicht ist diese Kooperation ein sehr gelungenes Beispiel dafür, wie Staat und Zivilgesellschaft gemeinsam das Ehrenamt weiter stärken können.

Eine Übertragbarkeit auf andere Kreise hängt von den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort ab. Eine Übergabe der Organisation rund um die Ehrenamtskarte an freie Träger kann sinnvoll sein. Oftmals sind Einrichtungen wie z.B. Freiwilligenagenturen oder Seniorenbüros gut vernetzt und sie haben einen direkten Draht zu vielen Ehrenamtlichen oder Initiativen. In anderen Fällen trägt zum Erfolg bei, dass die Kommune das Projekt zur „Chefsache“ erklärt und eine Stabsstelle zur Engagementförderung das operative Geschäft übernimmt. Das müssen die Kommunen und Kreise je nach Rahmenbedingungen vor Ort selbst entscheiden. Das Familienministerium berät dabei gerne und bietet auch regelmäßige Workshops zum Erfahrungsaustausch für kartenausgebende bzw. interessierte Städte und Gemeinden an. Dazu laden wir auch die Akademie Ehrenamt herzlich ein!

Herr Beier, Sie sind im Vorstand der Akademie Ehrenamt e.V. tätig und einer der Ansprechpartner in Sachen Ehrenamtskarte NRW für die Städte und Gemeinden. Beschreiben Sie uns doch mal wie so ein typischer Prozess der Begleitung für eine Kommune aussieht – angefangen von den ersten Gesprächen, bis hin zur Einführung. Welche Hilfestellungen bietet die Akademie Ehrenamt e.V. an? Welche Ressourcen bringt die Kommune ein?

Hans-Hermann Beier: Dem ersten Gespräch in einer Stadt oder Gemeinde, geht in der Regel immer eine Suchphase voraus. D.h. es gilt herauszufinden, wer von den Entscheidern - Bürgermeister, Dezernent, Fraktion etc. - könnte ein Partner sein bei dem Gedanken, die Ehrenamtskarte NRW vor Ort einzuführen. Das dann folgende Erstgespräch ist im Schwerpunkt zunächst ein Informationsgespräch über die Rahmenbedingungen des Landes, unter denen die Ehrenamtskarte eingeführt werden kann. Grundsätzlich gilt dabei, auf den gesellschaftlichen Wert der Ehrenamtskarte für das Zusammenleben in der Kommune hinzuweisen. Das bedeutet, die Präsentation/Repräsentation der Karte durch Politik und Verwaltung als Ausdruck der bestehenden Wertschätzung für die Karteninhaber, aber auch für die sich engagierenden Gewerbetreibenden zu verstehen. Gelingt dies, kommt es in der Folge, sei es bei direkter Fortführung des Gespräches - oder in einem erweiterten Kreis oder vor einem Ausschuss - zu einer Themenverschiebung, hin zu Zuständigkeitsfragen im Zusammenspiel von Kommune und Akademie Ehrenamt e.V. Zu diesen Fragen sind von uns in Zusammenarbeit mit vier Städten und Gemeinden, die mit der Einführung der Ehrenamtskarte im Kreis Warendorf gestartet sind, Regeln erarbeitet worden, die wir in einer Kooperationsvereinbarung niedergelegt haben. Wir haben dadurch erreicht, dass sowohl die ersten vier Kommunen wie die jetzt nachfolgenden unsere Kooperationsvereinbarung zur Einführung und Umsetzung der Ehrenamtskarte NRW voll und ohne Abstriche akzeptieren. Die Vereinbarung regelt neben einigen grundsätzlichen Aussagen die Zuordnung der konkreten Handlungsschritte:

  • Aufgabe der Kommune
    z. B politischer Beschluss zu Einführung der Ehrenamtskarte; Aussagen zur Vergabe (Laufzeit, Gültigkeitsdauer); Festlegung der eigenen Vergünstigungen; Anforderung der Starthilfe des Landes

  • Gemeinsame Aufgaben Kommune und Akademie Ehrenamt
    z. B. Öffentlichkeitsarbeit; Gemeinsame Informationsveranstaltungen; Zusammenarbeit der teilnehmenden Kommunen in einer von der Akademie organisierten Arbeitsgemeinschaft

  • Ausschließliche Aufgaben der Akademie Ehrenamt e.V.
    z. B. Ausstellung der Ehrenamtskarte; Datenerfassung und ihre Auswertung auf kommunaler Ebene; Erfassung und Aktualisierung der Vergünstigungen; Weitergabe der Informationen an das Land; Teilnahme an der Landesarbeitsgemeinschaft und Rückkoppelung an die Kommunen.

Dieses Konzept beweist sich zunehmend bei den Folgekommunen. Es übt, durchaus zu unserer Freude, eine gewisse Sogwirkung auf bisher noch nicht beteiligte Städte und Gemeinden aus.

Herr Essmeier, die Stadt Beckum ist eine der Kommunen im Kreis Warendorf, die die Ehrenamtskarte NRW einführen wird. Was sind aus kommunaler Sicht die Beweggründe dazu?

Die ersten Inhaberinnen und Inhaber der Ehrenamtskarte NRW in Beckum. Im Hintergrund der Bürgermeister der Stadt Beckum, Dr. Karl-Uwe Strothmann, der die Karten überreichte.
Die ersten Inhaberinnen und Inhaber der Ehrenamtskarte NRW in Beckum. Im Hintergrund der Bürgermeister der Stadt Beckum, Dr. Karl-Uwe Strothmann, der die Karten überreichte.

Herbert Essmeier: Wie in vielen anderen Städten unseres Landes, sind auch in Beckum unzählige Menschen ehrenamtlich aktiv. Die Stadt Beckum hat bis zur Einführung der Ehrenamtskarte diese Menschen immer im Rahmen eines Neujahrsempfanges durch den Bürgermeister geehrt. Das war sowohl Politik als auch Verwaltung immer schon zu wenig. Nach der letzten Kommunalwahl wurde ein örtliches Gremium mit dieser Aufgabenstellung betraut. Der Ausschuss „Familie, Soziales, Ehrenamt und Menschen mit Behinderungen“ hat sich in der jüngsten Vergangenheit intensiv mit der Thematik befasst und neben der Auslobung eines Ehrenamtspreises auf Ortsebene, wie es Akademie Ehrenamt bereits auf der Ebene des Kreises vollzieht, auch die Einführung der Ehrenamtskarte NRW ins Auge gefasst. Zur Entscheidungsfindung hat dann sicherlich die Initiative und das Angebot von Akademie Ehrenamt beigetragen, die Einführung der Ehrenamtskarte im Kreis Warendorf intensiv unterstützen zu wollen. Bedeutsam war dabei, dass gerade die Ehrenamtskarte den einzelnen aktiven Ehrenamtlichen auszeichnet. Die Auszeichnung von Engagementgruppen erfolgt auf Kreisebene ja alle zwei Jahre durch den von Akademie Ehrenamt und den Sparkassen ausgelobten Ehrenamtspreis.

Warum hat die Stadt sich dazu entschieden mit der Akademie Ehrenamt e.V. zusammenzuarbeiten?

Herbert Essmeier: Die Entscheidung, mit Akademie Ehrenamt zusammenzuarbeiten, war letztlich nicht schwer. Die mannigfaltigen Aktivitäten von Akademie Ehrenamt, seit der Gründung vor gut 10 Jahren, die nachhaltig eine Anerkennung des Ehrenamtes im Kreis Warendorf bewirken, sprechen da für sich. Der zwischenzeitlich erlangte Bekanntheitsgrad der Institution im Kreis, aber auch die Seriosität der Mitglieder und handelnden Personen spielte dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die Intention von Akademie Ehrenamt, die Einführung der Ehrenamtskarte kreisweit voranzubringen, dabei jedoch den Kommunen die Gestaltungsfreiheit vor Ort zu belassen, war ebenso wichtig. Auch die Zusage von Akademie Ehrenamt, die Kommunen von den administrativen Arbeiten, die bei der Vergabe der Ehrenamtskarte anfallen, zu entlasten, hat diese Entscheidung natürlich mit beeinflusst.

Interviewpartnerinnen und -partner:

Andrea Hankeln
Leiterin des Referats Bürgerschaftliches Engagement, Gesellschaftliches Engagement von Unternehmen im Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Franz-Ludwig Blömker
1. Vorsitzender der Akademie Ehrenamt e.V. im Kreis Warendorf

Hans-Hermann Beier
Vorstandsmitglied der Akademie Ehrenamt e.V. im Kreis Warendorf

Herbert Essmeier
Fachbereichsleiter Jugend und Soziales der Stadt Beckum

Dieses Interview führte:

Ramona Przybylsky
Landesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros NRW

Das Interview wurde für das Portal www.forum-seniorenarbeit.de geführt.



Artikel aus der Ahlener Zeitung vom 06.05.2011

Zeichen der Wertschätzung

Klaus Bösche, Elisabeth Kammann , Franz-Ludwig Blömker, Joachim Schindler, Karl-Friederich Knop, Dr. Karl-Uwe Strothmann, Hans-Hermann Beier und Thomas Kamp-Deister. Foto: Vornhusen
Ministerialdirigent Klaus Bösche und Elisabeth Kammann (Beelen); hintere Reihe (v. l.): Franz-Ludwig Blömker (Vorsitzender Akademie Ehrenamt), Joachim Schindler (Ostbevern), Karl-Friederich Knop (Oelde); Dr. Karl-Uwe Strothmann (Beckum), Hans-Hermann Beier und Thomas Kamp-Deister (beide Vorstand Akademie Ehrenamt).
Foto: Vornhusen

Kreis Warendorf - Die Gold-Karte hält Einzug in den Kreis Warendorf: Die bereits seit dem Jahre 2009 eingeführte landesweit gültige NRW-Ehrenamtskarte wird jetzt in den ersten vier Kommunen des Kreises an den Start gehen. Damit soll ein deutliches Zeichen der Wertschätzung für die Arbeit im Ehrenamt gesetzt werden. Die Karte gibt Ehrenamtlichen einen praktischen Nutzen: Sie können mit der Karte die Angebote öffentlicher, gemeinnütziger und privater Einrichtungen, auch vieler Handelsgeschäfte und in der Gastronomie, vergünstigt nutzen.

Gestern vereinbarten Dr. Karl-Uwe Strothmann (Bürgermeister der Stadt Beckum), Elisabeth Kammann (Bürgermeisterin der Gemeinde Beelen), Karl-Friederich Knop (Bürgermeister der Stadt Oelde) und Joachim Schindler (Bürgermeister der Gemeinde Ostbevern) mit dem Ministerialdirigenten Klaus Bösche vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW die Einführung der Ehrenamtskarte. Zugleich werden die Gemeinden und Kommunen unterstützt von der Akademie Ehrenamt, deren Vorsitzender Franz Ludwig Blömker sowie die Vorstandsmitglieder Hans-Hermann Beier und Thomas Kamp-Deister, gestern in der Landvolkshochschule Freckenhorst ihre Freude über die Etablierung der Ehrenamtskarte im Kreis zum Ausdruck brachten. "Schon seit zwei Jahren haben wir mit den Gemeinden und Kommunen im Kreis über dieses Vorhaben gesprochen“, so Blömker eingangs. Das Angebot der Ehrenamtskarten sei natürlich offen für alle 13 Städte und Gemeinden im Kreis, betonte Blömker.

Und die "Vier“, die nun gemeinsam mit 100 NRW-Kommunen mit im Boot sind, freuen sich schon auf die Startphase. "Heute ist ein guter und wichtiger Tag für die Kommunen im Kreis, denn wir sind im besonderen Maße auf die Ehrenamtlichen angewiesen“, betonte Dr. Karl-Uwe Strothmann.

Für Elisabeth Kammann ist insbesondere die Freude und der Spaß am bürgerschaftlichen Zusammenhalt ein wichtiger Faktor im Gemeindeleben. "Wir freuen uns deshalb, bei dieser besonderen Wertschätzung an das Ehrenamt dabei sein zu dürfen.“

In einer Kooperationsvereinbarung sind nun für drei Jahre befristet von allen Beteiligten die Grundlagen, Eckpunkte und auch die erforderlichen Handlungsschritte und Aufgaben für eine Einführung der Ehrenamtskarte geregelt. Danach wird eine Fortsetzung der Kooperation geprüft. Noch vor den Sommerferien sollen die ersten "Gold-Karten“ verteilt werden, stellte Franz-Ludwig Blömker in Aussicht. Die Karte gelte landesweit.

Zahlreiche Informationen, einen Überblick über die Gültigkeitsbereiche der Ehrenamtskarte sowie auch die notwendigen Antragsformulare gibt es im Internet unter www.akademie-ehrenamt.de. Weitere Informationen gibt das Internetportal des zuständigen Ministeriums unter www.ehrensache.nrw.de. Entsprechende Infoflyer werden in den Rathäusern sowie an öffentlichen Stellen zu finden sein.

VON MONIKA VORNHUSEN