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Westfälische Nachrichten vom 13.02.2011

Freizeit opfern für andere Menschen

80 ehrenamtliche tätige Frauen und Männer sind von Bürgermeister Friedrich Prigge (2. von links) mit der Ehrenamtskarte ausgezeichnet worden. Insgesamt werden von der Stadt 101 Personen bedacht. Foto:
(Detlef Dowidat)
80 ehrenamtliche tätige Frauen und Männer sind von Bürgermeister Friedrich Prigge (2. von links) mit der Ehrenamtskarte ausgezeichnet worden. Insgesamt werden von der Stadt 101 Personen bedacht.
Foto: (Detlef Dowidat)

Lengerich - Die Freizeit zu opfern für andere Menschen, das ist nicht selbstverständlich. "Daher ist die Stadt sehr stolz, so viele Frauen und Männer mit der Ehrenamtskarte auszeichnen zu können", strahlte Bürgermeister Friedrich Prigge am Samstagnachmittag im Bistro der Gempt-Halle. Dort hatten sich 80 der insgesamt 101 Personen, denen erstmals mit der Karte Dank und Anerkennung für ihre Tätigkeit gezollt wurde, eingefunden.

Stolz war der Bürgermeister, weil die Resonanz in Lengerich so riesig war. "Andere Kommunen haben uns von 30 oder 40 Bewerbungen erzählt. Hier waren es mehr als doppelt soviel. Das Ehrenamt wird in Lengerich besonders groß geschrieben", begeisterte sich Prigge.

Engagieren für die anderen in sehr vielfältiger und unterschiedlicher Form, dafür würden die Geehrten beispielhaft stehen. In Nordrhein-Westfalen gebe es über sechs Millionen Ehrenamtliche. "Genau dafür hat die Landesregierung die Ehrenamtskarte geschaffen. Es soll eine Kultur der Anerkennung für das Geleistete entwickelt werden. Dafür steht auch die heutige Auszeichnung", so der Bürgermeister.

Die Stadt Lengerich hat sich dem Vorschlag des Landes angeschlossen. Am 23. März beschloss der Stadtrat, die Ehrenamtskarte einzuführen. Ein entsprechender Vertrag mit dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport wurde abgeschlossen. Der Aufruf stieß in Lengerich auf offene Ohren, obwohl die Messlatte hoch ist für außergewöhnlichen uneigennützigen Einsatz. Voraussetzungen sind freiwilliges Engagement im Umfang von mindestens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden pro Jahr zum Wohle der Menschen. Dafür darf es weder eine Vergütung noch eine pauschale Aufwandsentschädigung geben.

Die Karte, die eine Gültigkeitsdauer von zwei Jahren hat, ist mit einer Vielzahl von Vergünstigungen verbunden. Friedrich Prigge dankte den Partnern, Geschäften und Einrichtungen in der Stadt für die Unterstützung. In einem Bericht des NRW-Ministeriums heißt es unter anderem: Inhaberinnen und Inhaber der Ehrenamtskarte Nordrhein-Westfalen können in öffentlichen und privaten Einrichtungen und Unternehmen in allen am Projekt teilnehmenden Orten Vergünstigungen in Anspruch nehmen. Das können Museen, Bibliotheken, Theater, Schwimmbäder, Volkshochschulen und Parks genauso sein wie Einzelhändler, Apotheken, Kinos, Sportstätten oder Hotels. Sie räumen bei Vorlage der Karte Rabatte ein.

Die Lengericher Liste scheint also noch ausbaufähig, insbesondere was die öffentlichen Einrichtungen angeht, beispielsweise das Hallenbad. Und da viele Nachbarorte, beispielsweise Ibbenbüren und Rheine, die Ehrenamtskarte ebenfalls eingeführt haben, sind auch dort die Vergünstigungen zu nutzen.

VON DETLEF DOWIDAT, LENGERICH