Märkischer Kreis

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Pressemeldung vom 26.02.2010

269 Ehrenamtler "Pattex" der Gesellschaft
Großer Bahnhof für das Ehrenamt im Berufskolleg

Märkischer Kreis. (pmk) Großer Bahnhof für das Ehrenamt. Zum Bersten gefüllt war das Forum des Berufskollegs des Märkischen Kreises an der Hansaallee in Iserlohn bei der feierlichen Ausgabe der ersten Ehrenamtskarten im Kreis. 269 Männer und Frauen, die sich in den 15 Städten und Gemeinden seit vielen Jahren in Vereinen, Verbänden, Kirchen, Institutionen und Einrichtungen für ihre Mitmenschen engagieren und einsetzen, haben bisher die Ehrenamtskarte bewilligt bekommen. Weit über 200 von ihnen waren der Einladung zum Festakt gefolgt. Auch einige Bürgermeister aus den Kommunen, Vertreter aus Politik und Verwaltung, wohnten der Übergabe bei. Auf die Hauptperson, Armin Laschet, Minister für Generationen, Familien, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, mussten die Anwesenden allerdings etwas warten. Er hatte wegen eines Unfalls auf der Autobahn im Stau gestanden.

"Der Zeitgeist ist gegen Sie. Dabei ist die Welt ohne Ehrenamtler weniger wert", rief Landrat Thomas Gemke den Teilnehmern zu. Es gebe viele Sendungen wie "Deutschland sucht den Superstar" im Fernsehen. "Aber eine Sendung Deutschland sucht den besten Ehrenamtler fehlt." Gemke freute sich, dass die Wertschätzung für das Ehrenamt im Märkischen Kreis auch über alle Parteigrenzen hinweg vorhanden ist. "Wir alle wollen Ihnen etwas zurückgeben von dem, was Sie der Gesellschaft geben", so Gemke. Die Ehrenamtskarte sei nur eine kleine Anerkennung für die vielen Stunden Einsatz auf verschiedensten Ebenen, "und Sie bringen oft noch eigenes Geld mit."

"Wir brauchen Menschen, die etwas mit Herzblut machen. Sie sind das Pattex unserer Gesellschaft. Jeder weiß, ohne Klebstoff geht im Haushalt nichts", dankte Altenas Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein als Sprecher der Bürgermeisterin und 14 Bürgermeister im Märkischen Kreis. "Wir brauchen Sie. Sie sind unsere Städte, unsere Gesichter und keine nützlichen Idioten, die ohne Geld etwas tun." Die Einführung der Ehrenamtskarte sei eine "längst überfällige Anerkennung" für die vielen Menschen, die sich in den Dienst der Gesellschaft sowie ihrer Mitmenschen stellen. Hollstein: "Die Ehrenamtskarte ist ein Anfang, ein Schritt in die richtige Richtung für eine Gesellschaft, in der Boni-Zahlungen noch immer mehr zählen als Herzenswärme." Welche Vorzüge mit der Ehrenamtskarte verbunden sind, erläuterte Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper. Viele private und öffentliche Einrichtungen beteiligten sich bereits. Sie rief Handel und Handwerk auf, sich noch stärker einzubinden und nach Möglichkeiten zu suchen, ihrerseits den Ehrenamtlern die Wertschätzung entgegen zu bringen, die sie verdient haben.

Minister Armin Laschet am Rednerpult vor Publikum  
Minister Armin Laschet  

Ein dickes Lob gab es von Minister Armin Laschet. "Dass ein ganzer Kreis wie Ihrer Ja sagt zur Einführung der Ehrenamtskarte, ist etwas Besonderes. Erst drei der 31 Kreise in NRW beteiligen sich komplett." Landesweit seien bisher mehr als 6.000 Engagierte in 70 Städten und Gemeinden mit der Ehrenamtskarte ausgestattet. "Ihnen werden in ganz Nordrhein-Westfalen fast 1.000 Vergünstigungen geboten." Armin Laschet weiß: "Manche nutzen die Karte gar nicht. Sie wollen nur die öffentliche Anerkennung."

Die Ehrenamtskarte sei ein kleines Dankeschön und nicht etwa die Möglichkeit, dass der Staat sich aus seinen Pflichtaufgaben zurück ziehen könne. "Staatliche Aufgaben müssen weiter erfüllt werden." Richtig sei auch, so habe es eine Untersuchung in Bayern gezeigt, dass jeder ins Ehrenamt investierte Euro die siebenfache Wirkung habe. "Ich gratuliere dem Märkischen Kreis, dass es gelungen ist, alle Gemeinden zusammen zu bringen. Die Ehrenamtskultur in Ihrem Kreis möge viele andere anstecken, die noch nicht soweit sind." Laschet betonte im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel: "Es gibt immer mehr ältere Menschen, die fit und engagiert sind. Ihnen rate ich, organisieren Sie sich. Fragen Sie in den Verbänden, Vereinen und Institutionen nach, trauen Sie sich. Sie werden gebraucht."

Für den musikalischen Rahmen der von Rudi Müllenbach moderierten Veranstaltung sorgte der gemischte Chor "amante della musica" aus Menden unter der Leitung von Mathias Oel.

Minister Armin Laschet (Mitte), Landrat Thomas Gemke (rechts)  
Publikum
Minister Armin Laschet (Mitte),
Landrat Thomas Gemke (rechts)
  Das Publikum