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Artikel aus der Münsterländischen Volkszeitung Rheine

 

Ehrenamtskarte ist angekommen
Neuenkirchen und das Land Nordrhein-Westfalen unterzeichnen entsprechende Vereinbarung

Ulrike Sommer vom Land NRW und Bürgermeister Franz Möllering unterschreiben den Vertrag zur Einführung der Ehrenamtskarte
Die Ehrenamtskarte kommt nach Neuenkirchen. Ulrike Sommer vom Land NRW und Bürgermeister Franz Möllering unterschrieben am Freitagmittag den Vertrag. Auch Vertreter aller Ratsfraktionen waren dabei. Sie hatten einstimmig für eine Einführung der Ehrenamtskarte abgestimmt (v.l.): Reinhold Busskamp (UWG), Stephan Deupmann (Grüne), Wolfgang Strotmann (SPD), Nico von Royen (CDU), Peter Wolter (FDP), sowie Rita Voß von der Gemeinde. Foto: Bartsch

Von Thorsten Bartsch

Neuenkirchen. Die Ehrenamtskarte ist in Neuenkirchen angekommen. Am Freitagmittag unterzeichneten Ulrike Sommer vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und Bürgermeister Franz Möllering die Vereinbarung zur Einführung der Ehrenamtskarte. "Sie ist ein kleines Dankeschön und Ausdruck der Anerkennung für die Menschen, die sich hier in Neuenkirchen für andere einsetzen", sagte der Bürgermeister. Mit der landesweit gültigen Karte sind in allen teilnehmenden Städten und Gemeinden Vergünstigungen verbunden. Ob im Einzelhandel, in kulturellen Einrichtungen oder anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.

Die Möglichkeiten sind vielfältig. Die Gemeinde Neuenkirchen hat bereits Zusagen von 17 Unternehmen. Sie stellen, wie die Gemeinde, Vergünstigungen durch die Ehrenamtskarte bereit. "Das ist schon ein schöner Anfang. Aber wir hoffen, dass sich in der nächsten Zeit noch mehr Unterstützer finden. Die Unternehmen können jederzeit mit einsteigen."

Doch wer kann eine solche Ehrenamtskarte erhalten? Die ehrenamtliche Tätigkeit muss mindestens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden im Jahr, sowie seit zwei Jahren ausgeübt werden. Dabei kommt es auf die Stundenzahl an, nicht auf die Organisation. Zudem darf keine Aufwandsentschädigung gezahlt werden, die über den Kostenersatz hinausgeht. Die Ehrenamtskarte ist zwei Jahre gültig.

"Da, wo sich Menschen engagieren, lebt es sich einfach besser. Bürgerliches Engagement stärkt den sozialen Zusammenhalt. Und das wollen wir vom Land NRW fördern und würdigen in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Städten", sagte Ulrike Sommer. Anträge für die Ausstellung einer Ehrenamtskarte können dann von den Vereinen, aber auch von Einzelpersonen aus Neuenkirchen an die Gemeinde gestellt werden. "Die Ehrenamtskarte ist ein weiteres Signal für die große Wertschätzung, die das Ehrenamt in unserer Gemeinde Neuenkirchen erfährt", sagte Franz Möllering. "Zudem gibt es auch eine ganze Reihe von Menschen in unserer Gemeinde, die sich weniger engagieren. Sie dürfen nicht durch das Raster fallen. Auch sie sind sehr wichtig für uns. Wir müssen also aufpassen, dass es kein Ehrenamt erster und zweiter Klasse gibt. Das wäre ein Schritt zurück", hat der Bürgermeister andere Gestaltungsmöglichkeiten der Wertschätzung im Sinn.

Dass die Ehrenamtskarte eine sinnvolle Sache ist, zeigt die Resonanz der Städte und Gemeinden in NRW. Bislang haben sich seit der Einführung vor zwei Jahren 79 Kommunen der landesweiten Aktion angeschlossen. Über 8000 Menschen besitzen heute die Ehrenamtskarte. Sie wurde nach dem Vorbild des Landes Hessen eingeführt. Neben NRW hat auch Niedersachsen die Wichtigkeit der besonderen Würdigung erkannt und auch eine Ehrenamtskarte eingeführt.

Eine der Vorreiter-Städte ist zudem Rheine gewesen. Und das Projekt war erfolgreich. Eine Wirkung über die Rabatte hinaus: "Es hat sich herausgestellt, dass die Inhaber die Karte im Schnitt nur einmal im Monat nutzen. Das sind keine Rabattjäger. Sie sagen, dass es einfach gut ist, die Karte zu haben", sagte Ulrike Sommer.
Auch der Neuenkirchener Rat hat die besondere Wichtigkeit der Anerkennung von ehrenamtlichem Engagement erkannt. Am 3. Mai 2010 wurde die Einführung der Ehrenamtskarte einstimmig von allen Parteien beschlossen. "Vielleicht ist die Einführung der Ehrenamtskarte ja auch ein Anlass für einige Leute, sich für andere zu engagieren oder einfach dabei zu bleiben", hofft Franz Möllering. Nach der Ratssitzung im September werden die Vereine angeschrieben.

Vielleicht kann Franz Möllering schon am Tag des Ehrenamtes, am 5. Dezember 2010, die erste Ehrenamtskarte überreichen. Es wäre ein passender Rahmen.

 

Quelle: Thorsten Bartsch, Münsterländische Volkszeitung Rheine