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Ehrenamtliches Engagement in Radevormwald gewürdigt

Das Ehrenamt wurde am Mittwochabend im Bürgerhaus besonders gewürdigt (v.l.): Andrea Hankeln, Ferdi Krauskopf, Michael Beekes (Sparkasse), Kathi Hentschel, Ralf Feldhoff und Dr. Josef Korsten. Foto: nico hertgen
Das Ehrenamt wurde am Mittwochabend im Bürgerhaus besonders gewürdigt (v.l.): Andrea Hankeln, Ferdi Krauskopf, Michael Beekes (Sparkasse), Kathi Hentschel, Ralf Feldhoff und Dr. Josef Korsten.
Foto: Nico Hertgen

Am 27. Februar 2013 hat Bürgermeister Dr. Josef Korsten im Beisein vieler engagierter Bürger den Vertrag zur Einführung der Ehrenamtskarte unterzeichnet. Andrea Hankeln, Referatsleiterin im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW, hatte den Vertrag mit ins Bürgerhaus gebracht und ebenfalls unterzeichnet.

Andrea Hankeln war nicht nur wegen des Vertragsabschlusses nach Radevormwald gekommen, sondern auch, um einen Vortrag über bürgerschaftliches Engagement zu halten. Mithilfe von Daten des Freiwilligensurvey (FWS), einer quantitativen Erhebung zum bürgerlichen Engagement, stellte sie dem Publikum Fragen über das Engagement der Bürger in NRW. Erstaunlich: Die Altersgruppe 31 bis 45 Jahre engagiert sich am stärksten - und Männer mehr als Frauen. "Beschäftigte Menschen, die am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn stehen, engagieren sich stärker. Männer sind oft ehrenamtlich in Vorständen tätig, während Frauen sich eher im sozialen Bereich, zum Beispiel in der Nachbarschaftspflege, einbringen", sagte Andrea Hankeln. Sie forderte die Vereine dazu auf, flexibel zu sein, um auch jungen Menschen die Chance zu geben, sich zu engagieren.

Gleich anschließend verlieh Dr. Korsten zum zweiten Mal den Ehrenamtspreis, um das Ehrenamt in besonderer Weise zu würdigen. Geehrt wurden Ferdi Krauskopf, Ralf Feldhoff und Kathi Hentzschel. Bereits 2012 waren drei Ehrenamtliche für ihr Werk und Engagement geehrt und von der Sparkasse mit jeweils 1000 Euro unterstützt worden.

Die Auswahl der geehrten Ehrenamtler in Radevormwald wird von zwölf Personen getroffen, die sich aus Vertretern vieler Vereine und Verbänden zusammensetzen. "Das Gremium kann allerdings nur aus Vorschlägen, die bei ihnen eingegangen sind, auswählen", sagte Korsten.

Nele Bendick hatte Ferdi Krauskopf für seine jahrelange Arbeit als Judolehrer vorgeschlagen. "Er hat zahlreichen Kindern ein gutes Körpergefühl gegeben. Er predigt nicht, sondern lebt vor. Ich binde meinen Bademantel immer noch mit dem Judo-Knoten", sagte sie. Bendick gehörte selbst zu den Schülern des 85-jährigen Judolehrers. "Ich bin auch heute noch bereit dazu, mein Wissen weiter zu geben. Ich könnte älteren Menschen die Selbstverteidigung beibringen", sagte Krauskopf. Er war seiner ehemaligen Schülerin sichtlich dankbar für ihren Vorschlag. Zu Tränen gerührt war auch Ralf Feldhoff, der sich nicht nur als Vorsitzender im DRK-Ortsverein Dahlhausen engagiert, sondern auch musikalisch sehr aktiv ist. "Meine Familie macht das alles möglich und die vielen anderen Menschen, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich einsetzen", sagte Feldhoff. Er wurde von Ingrid Fleck für die Ehrung vorgeschlagen.

Dietmar Fennel ist für die Ehrung von Kathi Hentzschel, Gründerin des Rheinisch-Bergischen Naturschutzbundes (RBN) verantwortlich. "Wir haben gemeinsam so viel erreicht. Du bist das Gesicht des RBN", sagte Fennel. "Wir haben in den 30 Jahren alle zusammengehalten und gemeinsam gekämpft. Jetzt brauchen wir nur noch Nachwuchs", sagte Kathi Hentzschel.

"Ohne das Ehrenamt gibt es keine lebenswerten Städte mehr. Wir brauchen dieses Engagement für unsere Lebensqualität", sagte Bürgermeister Korsten. Die Einführung der Ehrenamtskarte solle nicht nur ermöglichen, dass Ehrenamtliche Vergünstigungen und Ermäßigungen bekämen, sondern auch, dass das Ehrenamt nach außen hin gezeigt werden kann. Dr. Korsten appellierte an die Geschäftswelt, Anbieter der Ehrenamtskarte zu werden, also Vergünstigungen für die Nutzer anzubieten. Bisher gibt es mit der Sparkasse nur eine feste Beteiligung. Michael Scholz plädierte als Vertreter der Sparkasse für das Ehrenamt. "Studien beweisen, dass engagierte Menschen länger leben", sagte er und ist stolz, dass 40 Prozent der Mitarbeiter der Sparkasse in ihrer Freizeit ein Ehrenamt bekleiden.