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Ratingen: Erste Übergabe einer Ehrenamtskarte an eine Administratorin eines sozialen Netzwerks

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(V.l.n.r.) Erhard Raßloff, Sprecher des Kompetenzteams Ehrenamt in Ratingen, Bürgermeister Klaus Pesch, Madeleine Sakalla, Administratorin des sozialen Netzwerkes „„Zu verschenken in Ratingen und Umgebung“.

Die Digitalisierung verändert vieles. So auch den Einsatz ehrenamtlicher Kräfte. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Menschen, die sich ehrenamtlich mit der Pflege von sozialen Netzwerken beschäftigen. Damit auch diese, die nicht unter einem Dach von Verbänden tätig sind, mit einer Ehrenamtskarte würdigen zu können, hat das Land NRW einen Zusatzfragebogen freigegeben, durch den die Würdigung möglich wird.

Während eines Pressegespräches zur Vorstellung des Programmes für die 12. Woche des bürgerschaftlichen Engagements in Ratingen hat Bürgermeister Klaus Pesch die erste Ehrenamtskarte für den Einsatz im Bereich SocialMedia übergeben. Madeleine Sakalla hat das Netzwerk „Zu verschenken in Ratingen und Umgebung“ mit mittlerweile 4.495 Mitgliedern, ins Lebens gerufen und betreut es mit einem großen zeitlichen Einsatz.




Vereinbarung zur Einführung der Ehrenamtskarte in Ratingen:

Presseerklärung der »Stadt Ratingen - Der Bürgermeister« und der »freiwilligenbörse ratingen« vom 27.02.2009

»Das Ehrenamt hat in allen Zeiten einen wichtigen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Ohne die ehrenamtlichen Kräfte wären viele soziale, sportliche und kulturelle Standards nicht auf den augenblicklichen Niveaus und ließen sich auch in Zukunft nicht halten. Die öffentliche Wertschätzung ehrenamtlicher Tätigkeit wird mehr denn je als wichtiger Aspekt der Förderung bürgerschaftlichen Engagements aufgeführt. Eine Ehrenamtskarte ist auch ein erprobtes und  wirksames Instrument der Wertschätzung ehrenamtlicher Tätigkeit.

Nach einem entsprechenden Kabinettsbeschluss vom 08.01.2008 gibt das Land NRW (Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration NRW) eine landesweite »Ehrenamtskarte NRW« heraus.. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit den Kommunen in NRW. Das Konzept beruht auf dem des Landes Hessen www.e-card-hessen.de

Die Ehrenamts-Card Nordrhein-Westfalen stellt einen neuen Ansatz zur Anerkennung und Würdigung des bürgerschaftlichen Engagements dar. Sie sieht vor, dass überdurchschnittlich engagierte Personen die Möglichkeit einer vergünstigten Nutzung öffentlicher und privater Angebote erhalten und ihnen auf diese Weise für die unentgeltlich erbrachten Leistungen für das Gemeinwohl gedankt wird. Ein entsprechendes Projekt wird in Hessen seit Anfang 2006 mit gutem Erfolg flächendeckend durchgeführt. Die Federführung ist bei der dortigen Staatskanzlei angesiedelt.

Nach dem hessischen Beispiel wird auch die »Ehrenamtskarte NRW« landesweit gelten.

Die zehn auserwählten Pilotstädte in NRW, zu denen auch Ratingen gehört, wurden gebeten, eine entsprechende Erklärung abzugeben. Dies erfolgte für die Stadt Ratingen  am 20. Mai 2008.

Eine Vorbereitungsgruppe auf Landesebene erarbeitete unter Mitwirkung der Pilotstädte und  anderer Kommunen, die bereits über derartige Karten verfügen, die Grundlagen zur Herausgabe der »Ehrenamtskarte NRW«. In dieser Arbeitsgruppe sind auch die Stadt Ratingen und die »freiwilligenbörse ratingen« beteiligt.

Es wurden folgende Grundlagen und Vergabekriterien formuliert:

Grundsätzliches

Die Ehrenamtskarte dient primär als Anerkennung und Danksagung für ein überdurchschnittliches, nicht alltägliches Engagement.

Das Projekt ist in Nordrhein-Westfalen mit zehn interessierten Kommunen als »Pilotgruppe« gestartet.
Die landesweit einheitliche Karte wird vom Land zur Verfügung gestellt, für Begleitmaterialien (Informationsbroschüre, Plakat, Flyer, Website) wurde ein gemeinsames Logo und Layout entwickelt.

Das Land erstellte eine Internetplattform und pflegt diese. Die Städte werden die Möglichkeit haben, eigene Angebote einzupflegen  www.ehrensache-nrw.de.

Die Pilotstädte erhalten als finanzielle Grundlage einen Betrag von 3.000 Euro.

Vergabekriterien

Für die Vergabe der Ehrenamtskarte in Nordrhein-Westfalen sollen landesweit einheitliche Kriterien gelten. Daneben können von den Kommunen selbst Kriterien festgelegt werden.

Verbindliche Kriterien:

  • ein überdurchschnittliches Engagement von wenigstens 5 Stunden pro Woche,
  • pauschale Aufwandsentschädigungen gelten als Ausschlusskriterium für die Vergabe.
    Es soll jedoch zwischen einer pauschalen Aufwandsentschädigung und der Erstattung von Kosten unterschieden werden. Letzteres darf nicht als Ausschlusskriterium gelten. Dies gilt auch für geringe Aufwandsentschädigungen, die de facto als Auslagenersatz zu betrachten sind.
  • Öffnung der vergünstigten Angebote vor Ort für Karteninhaberinnen und -inhaber aus allen teilnehmenden Kommunen,
  • begrenzte Laufzeit (in Ratingen: zwei Jahre).

Mit Blick auf unterschiedliche Strukturen des bürgerschaftlichen Engagements im städtischen und ländlichen Raum soll es möglich sein, lokalen Besonderheiten Rechnung zu tragen. Es steht den Kommunen frei, Einzelfallentscheidungen zu treffen.

Kommunal gestaltbare Kriterien
Für Ratingen wurden folgende Kriterien zur Ausstellung der »Ehrenamtskarte NRW« durch den Rat der Stadt Ratingen mit Beschluss vom 16.12.2008 festgelegt:

  • Die Geltungsdauer beträgt zwei Jahre.
  • Wohnsitz bzw. Einsatzort: Grundsätzlich gilt der Einsatzort. Ausnahmen werden gemacht , wenn der Ort des Engagements im teilnehmenden Kreis oder der Kommune liegt und keine Antragstellung nach Wohnsitz möglich ist.
  • Rechtsstatus der Vereinigung:
    Mitglieder freier Initiativen ohne eigenen Rechtsstatus werden in die Vergabe eingeschlossen, um neuen Formen des bürgerschaftlichen Engagements gerecht zu werden.
  • Zeitraum der Antragstellung
    Die Ehrenamtskarten werden kontinuierlich ausgestellt.
  • Überreichung der Ehrenamtskarte
    Die Vergabe der ersten »Ehrenamtskarten NRW« wird durch den Bürgermeister vorgenommen. Danach werden die Ehrenamtskarten den Antragstellern mit einem erläuternden Schreiben zugesandt.
  • Einbindung der Ehrenamtskarte in andere lokale oder regionale Maßnahmen der Ehrenamtsförderung
    Die Ehrenamtskarte eignet sich gut zur Ergänzung anderer Maßnahmen der Ehrenamtsförderung, etwa zur Veranstaltung einer Tombola mit Preisen privater Anbieter für Inhaberinnen und Inhaber der Ehrenamtskarte.
    Diese Überlegungen werden in die örtlichen Planungen einbezogen.
  • Regelungen zur Vereinbarkeit von Juleica und Ehrenamtskarte
    Die »Ehrenamtskarte NRW« wird unabhängig von der Jugendleiter/innen-Karte (Juleica) ausgegeben.
  • Bevorzugung bestimmter Tätigkeiten in der Freiwilligenarbeit
    Es werden keine Prioritäten für bestimmte Tätigkeitsfelder in der Freiwilligenarbeit gesetzt.

Vorgehensweise in Ratingen

Der Rat der Stadt Ratingen stimmte in seiner Sitzung am 16.12.2008 der Einführung der »Ehrenamtskarte NRW« in Ratingen zu.

Die »Vereinbarung zur Einführung der Ehrenamtskarte Nordrhein-Westfalen« zwischen dem Land NRW und der Stadt Ratingen wurde am 26.02.2009 geschlossen.

Die Einführung und Durchführung der »Ehrenamtskarte NRW« wird durch den Arbeitskreis »Ehrenamt in Ratingen« begleitet.

Die Ausgabe und Verwaltung der »Ehrenamtskarte NRW« wird die »freiwilligenbörse ratingen« durchführen. Um diese Aufgaben erledigen zu können, wird der »freiwilligenbörse ratingen« die Anschubfinanzierung des Landes in Höhe von 3.000 Euro weitergeleitet. Zusätzlich wird der dargestellte Betrag von 3.500 Euro aus städtischen Mitteln zur Verfügung gestellt.

Kontaktdaten:

»freiwilligenbörse ratingen«
c/o SKF Ratingen
Düsseldorfer Straße 40
40878 Ratingen
Tel. 02102-7116125
E-mail: ehrenamt@skf-ratingen.de

Zweifelsfragen werden zusammen mit der Verwaltung (Amt für Soziales, Wohnen und Integration) geklärt.

Zur Akquise von Vergünstigungsangeboten wurde die »Ratingen Marketing GmbH« , in das Verfahren einbezogen. Sie führt die entsprechenden Gespräche mit den  Interessenverbänden und ggf. Anbietern.

Vorbehaltlich der Zustimmung des Rates der Stadt Ratingen werden die bereits für Besitzer/innen des »Sozialpass Ratingen« (für SGB II- und XII-Empfänger/innen) geltenden Vergünstigungen für Einrichtungen der Stadt Ratingen für die Inhaber/innen der EAK übernommen.

Eine Informationsveranstaltung zur Einführung der Ehrenamtskarte findet am Donnerstag, den 19.03.2009, 18.30 Uhr im Besprechungsraum des SKF Ratingen, Düsseldorfer Straße 40, statt.

Die ersten Ehrenamtskarten wird Bürgermeister Harald Birkenkamp im offiziellen Rahmen am Donnerstag, den 07.05.2009 19.00 Uhr, im Foyer der »Dumeklemmerhalle - Stadthalle Ratingen« ausgeben.«

Stadt Ratingen - Der Bürgermeister
Amt für Soziales, Wohnen und Integration
Minoritenstraße 2-6
40878 Ratingen
Tel: (0 21 02)-55 05 000
E-Mail: sozialamt@ratingen.de