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Simmerath: Anerkennung für das Engagement der Bürger

Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns (li) mit Petra Zwickert (2. v.l.) vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Lands NRW und weiteren Personen

Ohne das Ehrenamt läuft nicht viel in der Gemeinschaft, doch der Einsatz für die Gesellschaft oder den Zusammenhalt in Vereinen und Gruppen wird allzu gerne als selbstverständlich gesehen. Der hohe Einsatz von Zeit und Zuwendung ist jedoch nicht selbstverständlich und verdient zumindest Anerkennung.

Aus diesem Grund hat das Land Nordrhein-Westfalen Ende 2008 die Einführung der Ehrenamtskarte gestartet. Die goldene Karte im Scheckkartenformat soll bürgerschaftliches Engagement würdigen, ist aber auch der Schlüssel zu einer Vielzahl von Vergünstigungen. Dem Beispiel zahlreicher anderer Kommunen in NRW folgte jetzt auch die Gemeinde Simmerath.

Das Thema Ehrenamt sei ihm ein "Herzensanliegen", sagte Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns (li), als er im Rathaus gemeinsam mit Petra Zwickert (2. v.l.) vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Lands NRW die Vereinbarung zur Einführung der Ehrenamtskarte unterzeichnete. Der Simmerather Sport- und Kulturausschuss hatte dies am 11. November 2010 einvernehmlich beschlossen.

Förderung intensivieren

Als Bürgermeister wolle er versuchen, die "Förderung und Würdigung des Ehrenamtes" noch zu intensivieren, denn das Ehrenamt sei die Voraussetzung dafür, "dass in vielen Orten das Gemeinwesen noch funktioniert." Hermanns erinnerte an den enorm hohen Organisationsgrad in der 15500 Einwohner zählenden Gemeinde Simmerath.

Zahlreiche Bürger seien Mitglied in mehreren Vereinen. Die Ehrenamtskarte, die demnächst ausgehändigt werden soll, solle in in erster Linie eine Anerkennung darstellen, wenngleich damit auch Vergünstigungen verbunden seien.

Diesen Gedanken stellte auch Petra Zwickert in den Mittelpunkt. Das Ehrenamt bilde "die Grundlage für den sozialen Zusammenhalt." Die Ehrenamtskarte sei auch ein Weg, für das Engagement der Bürger einmal "Danke" zu sagen. Zwei Jahre nach dem Start der Initiative haben bislang 98 der 396 Kommunen in NRW eine Vereinbarung über die Einführung der Karte unterzeichnet.

Bislang, berichtete Petra Zwickert weiter, seien ca. 9000 Ehrenamtskarten ausgehändigt worden, und immerhin umfasse die Liste der Vergünstigungen bislang rund 1500 Einrichtungen in NRW.

Ermäßigungen in Hallenbädern, Büchereien, oder Museen sind mit der Ehrenamtskarte möglich; zudem wurde mit dem Landschaftsverband Rheinland ein wichtiger Partner gewonnen, der in allen seinen Einrichtungen (z. B. auch im Freilichtmuseum Kommern) 50 Prozent Nachlass gewährt. Aber auch Unternehmen, Betriebe und Einrichtungen sind aufgerufen, den Besitzern der Ehrenamtskarte Vergünstigungen einzuräumen.

Auch die Privatwirtschaft, machte Petra Zwickert an einem Beispiel deutlich, verfüge über vielfältige Möglichkeiten, das Ehrenamt zu unterstützen. So überrasche ein Blumengeschäft in einer NRW-Kommune die Inhaber der Ehrenamtskarte an ihrem Geburtstag mit einem Blumenstrauß.

Anerkennung steht im Vordergrund

Eine Befragung unter 7000 Ehrenamtskartenbesitzern habe ergeben, dass für 90 Prozent die Anerkennung ihres Engagements im Vordergrund stehe; die Karte selbst werde nur etwa einmal pro Monat genutzt. "Die Ehrenamtler sind keine Rabattjäger", hielt Petra Zwickert fest.

Dies konnte auch Lieselotte Rollesbroich aus Kesternich bestätigen, die für ihr Engagement zuletzt den erstmals verliehenen Ehrenamtspreis des Bürgermeisters beim Simmerather Tag des Ehrenamtes erhielt. "Mir war die Anerkennung wichtiger als ein Scheck."

Etwas bedauerlich fand es Petra Zwickert, dass einige größere Städte im Land, wie z.B. Köln, Düsseldorf und Aachen, sich noch nicht dem Projekt angeschlossen hätten. In den ländlichen Kommunen laufe das viel umkomplizierter.