Übach-Palenberg

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Übach-Palenberg

Di, 26. Okt. 2010
Geilenkirchener Zeitung / Lokales / Seite 13

Freiwilliger Einsatz als wichtige Ressource
Ab 5. Dezember wird in Übach-Palenberg die Ehrenamtskarte NRW ausgegeben. Vereinbarung mit dem Land unterschrieben.

Von Franz Windelen

Übach-Palenberg. Ab dem 5. Dezember ist Übach-Palenberg grün. Nicht im politischen Sinn. Sondern als Markierung im Portal www.ehrensache.NRW.de. Dort sind nämlich jene 80 Städte und Gemeinden an Rhein, Ruhr und nun auch Wurm zu besichtigen, die sich bislang dem vom Land initiierten Projekt "Ehrenamtskarte NRW" angeschlossen haben.

Im Übach-Palenberger Rathaus wurde gestern die letzte Formalie auf dem Weg zur Realisierung abgehakt – buchstäblich. Ulrike Sommer, die Leiterin des Referats "Bürgerschaftliches Engagement" beim NRW-Familienministerium, sowie Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch unterschrieben im kleinen Sitzungssaal – im Beisein einiger Ratsvertreter – die Vereinbarung zur Einführung der Karte.

Am 5. Dezember, symbolträchtig am Internationalen Tag des Ehrenamtes, werden in Übach-Palenberg die ersten Karten verteilt – dann erst zählt Übach-Palenberg zu den erlauchten grünen Kommunen. "Ende des Jahres", so hofft Ulrike Sommer, "werden wir auf rund 100 Kommunen kommen".

In Übach-Palenberg haben die Verantwortlichen erkannt, dass die Ehrenamtskarte ein sinnvolles Instrument ist, um das freiwillige Engagement zu versüßen. Bürgermeister Jungnitsch spricht aus eigener Erfahrung: "Ich war selbst 13 Jahre lang Vorsitzender des Schwimmvereins und weiß nur zu gut, wie viel Arbeit in Vereinen und Institutionen geleistet wird." Orientierungslosen Jugendlichen werde durch ehrenamtlichen Einsatz nicht selten eine echte Perspektive geboten. Das Ehrenamt sei vor allem in Zeiten klammer öffentlicher Kassen äußerst wichtig.

Nach Worten von Referatsleiterin Ulrike Sommer ist in Nordrhein-Westfalen rund ein Drittel aller Bürger ehrenamtlich irgendwo unterwegs. "Deshalb haben wir uns überlegt, für solche Menschen eine geeignete Form der Anerkennung zu schaffen." Der besondere Charme der Ehrenamtskarte sei, dass selbige mit wachsender Zahl der teilnehmenden Kommunen zugleich eine noch höhere Wertigkeit erlange: Jede Stadt, jede Gemeinde und auch das Land gewähren dem Karteninhaber Vergünstigungen für ausgewählte Einrichtungen und Veranstaltungen. Im nächsten Jahr soll nach zuversichtlicher Einschätzung der Referatsleiterin die 10 000. Ehrenamtskarte ausgegeben werden. Ein stolzes Jubiläum für ein Projekt, das vor zwei Jahren mit zwölf "Pilotkommunen" unter der Regie der Landesregierung entwickelt und gestartet wurde. Düsseldorf lässt sich das Unternehmen jährlich 200 000 Euro kosten – für den Druck der Ehrenamtskarten und für die Öffentlichkeitsarbeit.

Geld war auch ein Stichwort für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Gerd Gudduschat, der wissen wollte, ob der Stadt mit Haushaltssicherungskonzept von der Aufsichtsbehörde Vergünstigungen in kommunalen Einrichtungen überhaupt genehmigt würden. Ulrike Sommer sah da kein Problem: "Denn die Aufsichtsbehörden wissen schließlich auch, dass das freiwillige Engagement eine wichtige Ressource ist, die unterm Strich auch was einbringt." Die Stadt könne sich darüber hinaus um eine großzügige finanzielle Unterstützung seitens der lokalen Betriebe bemühen: "Auch hier gibt es viele Möglichkeiten für Vergünstigungen." Mit 1500 Euro jährlich, zweckgerichtet auf die Ehrenamtskarte, werde das Land der Stadt unter die Arme greifen.

Das Interesse an dem Schmankerl, das so manchen Eintritt ins Konzert, ins Schwimmbad etc. versüßen könnte, ist in Übach-Palenberg offensichtlich sehr groß. Nach Worten von Volkhard Dörr, dem Leiter des Sozialamtes und dem Initiator der Ehrenamtskarte NRW in Übach-Palenberg, lauschten immerhin rund 100 Interessierte der Informationsveranstaltung in den Ferien. Entsprechend optimistisch hat die Stadt auch gleich 500 Karten als Erstausstattung in Düsseldorf geordert. Ob die allerdings alle ihren Inhaber finden, bezweifelt selbst Ulrike Sommer: "Ich gehe von 200 bis 250 aus."

Grund zur Freude hatte noch einer, nämlich Heiner Weißborn, die SPD-Fraktion hatte mit ihrem Antrag vor gut zwei Jahren die Debatte aufs Tapet gebracht: "Die Ehrenamtskarte NRW gab es damals noch gar nicht, wir wollten ein Vergünstigungspaket auf städtischer Ebene. Umso schöner, dass wir nun eine solch hochwertige Sache haben."