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Westerkappelner können Ehrenamtskarte beantragen

Melanie Jaretzki, Bürgermeister Ullrich Hockenbrink und Catrin Boss vom NRW-Familienministerium (von links) Foto: Ulrike Havermeyer
Melanie Jaretzki, Bürgermeister Ullrich Hockenbrink und Catrin Boss vom NRW-Familienministerium (von links)
Foto: Ulrike Havermeyer

Seinen Mann oder seine Frau im Verein stehen, älteren Menschen helfen, in der Nachbarschaft mit anpacken: Alle Westerkappelner, die sich besonders intensiv in einem Ehrenamt engagieren, können ab dem 1. Januar 2013 im Rathaus die NRW-Ehrenamtskarte beantragen. Bürgermeister Ullrich Hockenbrink hat am 17.12.2012 gemeinsam mit Catrin Boss vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW eine entsprechende Vereinbarung für die Einführung des „Dankeschöns im Scheckkartenformat“ unterzeichnet.

Die Voraussetzungen, die begehrte Anerkennung zu bekommen, die ihrem Inhaber landesweit Vergünstigungen beschert, sind allerdings nicht von Pappe: Über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren müssen fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden pro Jahr ehrenamtliche Tätigkeiten nachgewiesen werden, für die keine Aufwandsentschädigung oder eine andere pauschale Vergütung gezahlt wurden. „Die Karte kriegt man nicht mal eben so unter der Hand“, stellt Bürgermeister Hockenbrink klar und ergänzt: „Dafür bietet sie dann aber auch handfeste Vorteile.“

Welche das in Westerkappeln genau sein werden, wird sich noch zeigen: Gemeindeamtfrau Melanie Jaretzki, ab sofort für alle Fragen rund um die Ehrenamtskarte zuständig, macht sich in den kommenden Wochen auf den Weg, um in den Einrichtungen und Unternehmen in der Gemeinde Partner für die Aktion zu werben. Wer sich bereit erklärt, den Inhabern der Ehrenamtskarte Vergünstigungen einzuräumen, erhält einen „Ehrensache“-Aufkleber für sein Schaufenster. „Damit signalisiert das Unternehmen, dass es das ehrenamtliche bürgerliche Engagement unterstützt und fördert“, erläutert Catrin Boss vom NRW-Familienministerium. Rund 17.500 Karten seien seit dem Start des Projekts im Jahr 2008 ausgegeben worden, 170 Kommunen in NRW beteiligten sich derzeit an der Aktion, gut 2.700 verschiedene Vergünstigungen gebe es landesweit, berichtete sie.

Dem Ideenreichtum der Städte und Gemeinden sind dabei keine Grenzen gesetzt. Sie bestimmen, wie sie das Engagement der Träger der Ehrenamtskarte honorieren wollen: Ob Rabatte beim Einkauf, einen Gratis-Blumenstrauß zum Geburtstag oder den Ehrenamtseisbecher, ob ermäßigter oder gar freier Eintritt in Museen oder Schwimmbädern – das alles ist möglich. Eine aktuelle Liste der landesweiten Vergünstigungen ist unter www.ehrensache.nrw.de einzusehen. Wer an der Ehrenamtskarte interessiert ist, muss sich rückwirkend seine ehrenamtliche Tätigkeit bestätigen lassen. Das kann entweder innerhalb eines Vereins geschehen, aber auch – je nach Tätigkeitsbereich – durch einen Arzt oder Pastor. Wer verschiedene Ehrenämter innehat, kann deren Stundenzahl addieren. Die Karte gilt zwei Jahre lang. Für eine Verlängerung muss das ehrenamtliche Engagement neuerlich nachgewiesen werden.

Wie viele Anträge im Rathaus wohl eingehen werden, vermag Ulrich Hockenbrink nicht zu schätzen. „Das ist natürlich eine exklusive Auszeichnung für ein extrem hohes Engagement“, gibt er zu bedenken. Und keinesfalls, betont er, solle durch die Einführung der Karte das tagtägliche Ehrenamt geschmälert werden, das so viele Westerkappelner ganz selbstverständlich leisteten – auch, wenn es eben von der Stundenzahl geringer ausfalle oder mittels einer Aufwandsentschädigung vergütet werde und so nicht für die Ehrenamtskarte infrage komme.